Wie gehst du eigentlich damit um wenn du Angst oder Ängste hast?
Ich mache mir in der letzten Zeit immer mal wieder Gedanken darüber, was ich den Menschen die diese Zeilen lesen an die Hand geben kann für die „Arbeit“ mit sich selbst.
Eine Art Werkzeug für Zuhause zur Selbsthilfe sozusagen.
Angst gehört zu den belastendsten Gefühlen überhaupt.
Sie lähmt uns, macht uns klein, zieht uns den Boden unter den Füßen weg. Der Verstand setzt aus, wir können nicht mehr klar denken, geschweige denn Entscheidungen fällen
Wir fühlen uns bedroht und wissen nicht mehr was wir tun sollen. Angst löst maximalen Stress aus inklusive aller erdenklicher Symptom.

„Wie gehst du damit um?“, werde ich immer mal wieder gefragt.
Ich will es dir sagen.
Im Moment befinde ich mich in der glücklichen Situation, dass ich angst- und ängstefrei bin.
Doch möchte ich dir gerne meine Art des Umgangs damit mitteilen.
Wahrscheinlich denkst du dir erst einmal, „ne ehrlich jetzt, ist das dein Ernst?“.
Ich bitte dich aber, es einmal auszuprobieren.
Vorab sollst du allerdings wissen, dass ich akute Angst bzw. Panikattacken hiervon ausschließe.
Dies ist ein anderes Kapitel.

Mit subtilen Angstgefühlen gehe ich so um wie mit allen belastenden Emotionen:

Ich tauche in sie ein.

Wir Menschen neigen (verständlicherweise) dazu ungeliebte, unangenehme Gefühle wegzudrücken.
Klar. Wir wollen sie nicht haben. Wollen sie nicht fühlen.
Und hier genau ist der berühmte Hund begraben.
Alle Gefühle wollen gesehen und gefühlt werden.
Nicht nur die angenehmen.
Geben wir ihnen Raum, nehmen sie wahr und fühlen sie, können sie dauerhaft verarbeitet werden und sich auflösen.
Wichtig dabei ist, dass du dich in einer leichten Trance befindest.

Wie soll das gehen?
Es klingt komplizierter als es ist.
Solltest du Meditationserfahrung, Erfahrung mit autogenem Training oder Yoga (hier insbesondere mit dem Zustand in der Anfangs- und Endentspannung) haben, dann ist eine Trance für dich kein Neuland.
Suche dir einen Ort an dem du ungestört und sicher bist, leg dich vielleicht sogar hin (falls du zu den Menschen gehörst, die im Liegen sofort einschlafen, lieber halbsitzend) und schließe die Augen.
Dann atme einige Male tief durch die Nase in dein Herz(chakra) ein und aus, bis du wahrnehmen kannst, dass du ruhiger wirst.
Und dann geh in das belastende Gefühl hinein.
Nimm es wahr, fühle es und heiße es willkommen.
Denke immer daran: Kein Gefühl dauert ewig!
Ganz gleich was kommt. Wut, Trauer, Scham, was auch immer.
Fühle es. Wenn du weinen musst, weine!
Nimm wahr, was geschieht.
Vielleicht kommen auch Bilder und Erinnerungen.
Lass dich leiten und gehe innerlich in den Dialog.
Falls Bilder aus der Kindheit kommen oder vielleicht sogar du als Kind, nimm Kontakt auf zu deinem jüngeren Ich und sieh wie es reagiert.
Im besten Fall kannst du es in die Arme schließen und ihm versprechen, dass du ab jetzt für es da sein wirst. Möglicherweise braucht dein inneres Kind ein bisschen Zeit.
Gib sie ihm.
Du hast, ihr habt alle Zeit der Welt für euer Kennenlernen und letztendlich eure Heilung.
Du darfst, ihr dürft entscheiden welchen Weg ihr gemeinsam gehen möchtet.
Viel Glück und viel Liebe für eure gemeinsame Reise.